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name: contractor-agreement-checklist
description: Prüft einen Freelancer- oder Dienstleistungsvertrag mit Selbstständigen vor der Unterschrift auf Leistungsumfang und Ergebnisse, Übertragung der Rechte am Arbeitsergebnis (IP), Vertraulichkeit, Vergütung, Kündigung und Warnsignale für Scheinselbstständigkeit und liefert eine Checkliste mit Zitaten und Fragen für einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin. Nutze den Skill, wenn du einen Freelancer oder Berater beauftragst, einen Freelancer-Vertrag oder ein Statement of Work prüfst oder fragst: „Ist dieser Freelancer-Vertrag okay?“
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# Checkliste für Freelancer-Verträge

> Keine Rechtsberatung. Das ist eine Checkliste für einen ersten Durchgang, um die Prüfung durch einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin vorzubereiten; sie ersetzt diese Prüfung nicht.

Ein Freelancer-Vertrag geht auf 2 Arten schief: Der Firma gehört am Ende die Arbeit nicht, für die sie bezahlt hat, oder die Zusammenarbeit sieht aus wie ein Arbeitsverhältnis. Diese Checkliste findet beides vor der Unterschrift, mit den Worten des Vertrags als Beleg.

## Wann du sie nutzt

- Ein Startup beauftragt einen Freelancer, eine Agentur oder einen Berater und hat einen Vertragsentwurf oder ein Statement of Work.
- Ein Freelancer schickt seine eigenen Bedingungen, und die Firma will wissen, wo sie nachverhandeln sollte.
- Die Rolle eines bestehenden Freelancers ist gewachsen, und jemand fragt, ob die Verträge noch passen.
- Nicht für Arbeitsverträge und nicht, um den rechtlichen Status einer Person zu bestimmen. Statusfragen gehören zu einem Rechtsanwalt oder einer Rechtsanwältin.

## Was du brauchst

- Den Vertrag und ein eventuelles Statement of Work. Gibt es keinen schriftlichen Vertrag, sag das und liste auf, was die Checkliste bräuchte.
- Auf welcher Seite du stehst: Firma oder Freelancer. Unbekannt? Frag einmal nach.
- Wie die Arbeit tatsächlich abläuft: Arbeitszeiten, wer sie festlegt, gestellte Arbeitsmittel, wie lange die Zusammenarbeit schon läuft, ob die Person auch für andere arbeitet. Fehlt das, frag einmal nach; die Warnsignale für Scheinselbstständigkeit hängen davon ab.
- Länder oder Bundesstaaten beider Parteien. Fehlen sie, markiere „[prüfen: Ort]“; die Regeln unterscheiden sich je nach Ort.

## Schritte

1. **Leistungsumfang und Ergebnisse prüfen.** Grün, wenn die Arbeit über Ergebnisse und Lieferungen mit Abnahmekriterien beschrieben ist. Gelb bei „Leistungen nach Bedarf“. Rot, wenn es sich wie eine Stellenbeschreibung mit Aufgaben und Berichtswegen liest.
2. **Die Rechte am Arbeitsergebnis prüfen.** Such nach einer sofort wirksamen Übertragung bzw. Einräumung der Rechte am Arbeitsergebnis („überträgt hiermit“) und danach, was sie umfasst. Markiere, wenn dort nur „wird übertragen“ steht, wenn bereits vorhandene Materialien des Freelancers nicht ausgenommen und lizenziert sind oder wenn Urheberpersönlichkeitsrechte oder die Nutzung von Open Source nicht geregelt sind. Bist du die Firma und gibt es gar keine Übertragung, markiere rot. Ergänze „[anwaltlich klären: Überträgt diese Formulierung die Rechte dort wirksam, wo der Freelancer sitzt?]“.
3. **Die Vertraulichkeit prüfen.** Ist sie geregelt, wie lange, und was passiert am Ende mit den Unterlagen? Eine fehlende Vertraulichkeitsklausel ist gelb.
4. **Die Vergütung prüfen.** Stundensatz oder Festpreis, Rechnungsstellung, Zahlungsziel in Tagen, Spesen, Zahlungsverzug, wer die Steuern zahlt. Übernimm Zahlen exakt. Hängt die Zahlung an der Abnahme, prüf, ob die Abnahme eine Frist hat.
5. **Die Kündigung prüfen.** Kündigungsfrist für beide Seiten, Bezahlung bereits erbrachter Arbeit, Rückgabe von Unterlagen und welche Klauseln fortgelten. Ein Vertrag ohne Ausstiegsmöglichkeit für die Firma ist rot.
6. **Nach Signalen für Scheinselbstständigkeit suchen.** Die Bezeichnung im Vertrag entscheidet nicht über den Status: Im Fact Sheet 13 des US-Arbeitsministeriums (Department of Labor) heißt es, dass jemand unabhängig von der Bezeichnung oder einem unterschriebenen Freelancer-Vertrag Arbeitnehmer sein kann, und die US-Steuerbehörde IRS sagt, man müsse die gesamte Beziehung betrachten. Vergleich Vertrag und Fakten mit den Kriterien, die diese Behörden nennen: wer bestimmt, wie, wann und wo gearbeitet wird; wer Arbeitsmittel stellt und Spesen zahlt; ob die Person durch eigene Entscheidungen Gewinn oder Verlust machen kann; ob die Zusammenarbeit unbefristet oder exklusiv ist; ob die Arbeit zum Kern des Geschäfts gehört; und arbeitnehmertypische Leistungen. Im Vereinigten Königreich stellt das CEST-Tool der Steuerbehörde HMRC ähnliche Fragen dazu, wer über die Arbeit entscheidet und wie sie bezahlt wird. In Deutschland, Österreich und der Schweiz können die Regeln abweichen [prüfen: lokales Recht / HR]; Ansprechpartner in Deutschland ist z. B. die Deutsche Rentenversicherung. Liste jedes vorhandene Signal mit seiner Quelle auf. Leg nie einen Status fest; schreib „[anwaltlich klären: Wie hoch ist bei diesen Signalen das Risiko einer Scheinselbstständigkeit an diesem Ort?]“.
7. **Den Rest prüfen.** Haftung und Freistellung, Versicherung, Unterbeauftragung, Abwerbeverbot, anwendbares Recht. Zitiere alles, was einseitig ist. Sitzt die Firma in den USA und deckt der Vertrag Geschäftsgeheimnisse oder vertrauliche Informationen ab, prüf, ob der Hinweis auf die Whistleblower-Immunität nach 18 U.S.C. § 1833(b) enthalten ist, der laut Gesetz auch für Freelancer und Berater gilt; fehlt er, ergänze „[anwaltlich klären: Sollen wir den Hinweis nach § 1833(b) aufnehmen?]“.
8. **Die Checkliste schreiben.** Bewerte jeden Bereich und liste dann die 3 wichtigsten Korrekturen und die Fragen an Rechtsanwalt oder Rechtsanwältin auf.

## Ausgabeformat

```markdown
# Checkliste Freelancer-Vertrag — [Freelancer] und [Firma]

_Keine Rechtsberatung. Vorbereitet für die anwaltliche Prüfung._

**Du bist:** [Firma / Freelancer]  
**Orte:** [Firma] / [Freelancer] oder [prüfen: Ort]

| Bereich | Bewertung | Was drinsteht (Zitat, Abschnitt) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Leistungsumfang und Ergebnisse | [grün/gelb/rot] | „[Zitat]“ (§[n]) | [eine Zeile] |
| Rechte am Arbeitsergebnis | | | |
| Vorhandene Materialien | | | |
| Vertraulichkeit | | | |
| Vergütung | | | |
| Kündigung | | | |
| Haftung und Freistellung | | | |
| Anwendbares Recht | | | |

## Signale für Scheinselbstständigkeit
| Signal | Vorhanden? | Quelle |
|---|---|---|
| [Signal] | [ja / nein / unbekannt] | [Vertrag § oder „laut dir“] |

## Die 3 wichtigsten Korrekturen
1. [Korrektur und Klausel]

## Fragen an Rechtsanwalt/Rechtsanwältin
- [anwaltlich klären: ...]
```

## Beispiel

**Eingabe:** Julia bei Tannberg Health (die Firma) beauftragt Marco Weber als freien Designer. Fakten: Marco arbeitet montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr auf Tannbergs Laptop und in Tannbergs Slack, ohne Enddatum, und Tannberg ist sein einziger Kunde. Auszug aus dem Vertrag:

> 2. Der Auftragnehmer erbringt Designaufgaben nach Weisung des Head of Product.  
> 6. Der Auftragnehmer verpflichtet sich, Tannberg auf Anfrage die Rechte an allen Arbeitsergebnissen zu übertragen.  
> 7. Vergütung: 5.200 EUR pro Monat, zahlbar innerhalb von 45 Tagen nach Rechnungsstellung.  
> 10. Tannberg kann jederzeit kündigen.

**Ausgabe:**

```markdown
# Checkliste Freelancer-Vertrag — Marco Weber und Tannberg Health

_Keine Rechtsberatung. Vorbereitet für die anwaltliche Prüfung._

**Du bist:** Firma  
**Orte:** [prüfen: Ort beider Parteien]

| Bereich | Bewertung | Was drinsteht (Zitat, Abschnitt) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Leistungsumfang und Ergebnisse | rot | „Designaufgaben nach Weisung des Head of Product“ (§2) | Liest sich wie eine Stelle; keine Ergebnisse. |
| Rechte am Arbeitsergebnis | rot | „verpflichtet sich, ... auf Anfrage ... zu übertragen“ (§6) | Ein Versprechen, später zu übertragen, keine Übertragung. |
| Vorhandene Materialien | gelb | Nicht geregelt | Marcos eigene Vorlagen könnten in der Arbeit stecken. |
| Vertraulichkeit | gelb | Nicht im Auszug | [prüfen: vollständiger Vertrag] |
| Vergütung | gelb | „5.200 EUR pro Monat, zahlbar innerhalb von 45 Tagen“ (§7) | Monatliche Pauschale, nicht an Ergebnisse gebunden. |
| Kündigung | gelb | „Tannberg kann jederzeit kündigen“ (§10) | Einseitig; zur Bezahlung erbrachter Arbeit steht nichts da. |

## Signale für Scheinselbstständigkeit
| Signal | Vorhanden? | Quelle |
|---|---|---|
| Die Firma bestimmt, wann und wie gearbeitet wird | ja | laut dir: 9 bis 17 Uhr, montags bis freitags; §2 |
| Die Firma stellt die Arbeitsmittel | ja | laut dir: Laptop, Slack |
| Unbefristete Zusammenarbeit | ja | kein Enddatum |
| Arbeitet nur für diese Firma | ja | laut dir |
| Keine Chance auf Gewinn oder Verlust durch eigene Entscheidungen | ja | feste Monatsvergütung, §7 |

## Die 3 wichtigsten Korrekturen
1. §2 durch Ergebnisse und Abnahmekriterien ersetzen.
2. §6 in eine sofort wirksame Übertragung ändern, mit einer Lizenz für vorhandene Materialien.
3. Bei Kündigung die Bezahlung der bis dahin erbrachten Arbeit ergänzen (§10).

## Fragen an Rechtsanwalt/Rechtsanwältin
- [anwaltlich klären: Wie hoch ist bei den 5 vorhandenen Signalen das Risiko einer Scheinselbstständigkeit dort, wo Marco arbeitet?]
- [anwaltlich klären: Ist die überarbeitete Formulierung zu den Rechten an Marcos Ort wirksam?]
```

## Prüfen vor dem Senden

- [ ] Der Hinweis „Keine Rechtsberatung“ steht oben im Ergebnis.
- [ ] Die Zeile zu den Rechten am Arbeitsergebnis sagt, ob die Formulierung eine sofort wirksame Übertragung oder ein Versprechen ist, später zu übertragen.
- [ ] Jedes Signal für Scheinselbstständigkeit hat eine Quelle: eine Klausel oder einen Fakt, den du genannt hast.
- [ ] Das Ergebnis sagt nie, die Person „ist“ selbstständig oder angestellt.
- [ ] Die Zahlen zur Vergütung sind exakt übernommen.
- [ ] Fehlende Orte sind mit „[prüfen: Ort]“ markiert.

## Häufige Fehler

- Nur das Papier prüfen. Das Risiko der Scheinselbstständigkeit entsteht daraus, wie die Arbeit abläuft; frag also nach den Fakten.
- „Alle Arbeitsergebnisse gehören der Firma“ akzeptieren, ohne nach einer Formulierung zur Übertragung zu schauen.
- Der Bezeichnung „freier Mitarbeiter“ auf der ersten Seite vertrauen. Behörden betrachten die gesamte Beziehung, nicht das Etikett.
- Die vorhandenen Werkzeuge und Vorlagen des Freelancers vergessen, die dann ohne Lizenz im Ergebnis stecken.
